Spiel dich fit

Seit 2010 konzentriert sich die Arbeit des Vereins verstärkt auf Gewaltprävention mit
Theaterpädagogik. Diese Workshopreihe „Spiel dich frei“ wurde ursprünglich speziell für
Volksschulen entwickelt, wurde dann aber aufgrund des Erfolgs, sukzessive auf alle Schultypen in
Wien und Niederösterreich ausgeweitet und wird seither erfolgreich umgesetzt. Jeweils zwei
TheaterpädagogInnen kommen an die Schule und betreuen eine Klasse (max. 25 SchülerInnen)
gemeinsam im Team für die Dauer des Workshops.
Seit 2019 wurde die Gewaltpräventionsthematik um den Bereich „Spiel dich fit“ ergänzt, der sich
auf die Erwachsenenarbeit konzentriert. Besonders die Rahmenbedingungen unterscheiden sich hier
deutlich.
Die TeilnehmerInnengruppe ergibt sich hier speziell in oder kurz nach akuten Krisensituationen. Es
geht darum, neue Kraft und neues Selbstbewusstsein zu schöpfen und etwas über Grenzen zu
lernen. Während des Projekts setzen sich die TeilnehmerInnen immer wieder mit den eigenen
Grenzen und den Grenzen anderer in Übungen auseinander.
F ür ein gutes Miteinander und ein positives Selbstbild müssen wir einerseits aufeinander zugehen
und andererseits unseren eigenen Raum wahrnehmen und manchmal klare Grenzen ziehen.
Kommunikation findet nicht nur auf verbaler Ebene statt, auch unser Körper spricht eine deutliche
Sprache (und kann nicht lügen). Wir können lernen diese Sprache bei uns und anderen besser zu
verstehen, sie zu verwenden um uns deutlicher auszudrücken und so spielerisch aber bewusst
miteinander in Kontakt zu treten.
Innerhalb dieser Einheit lernen die TeilnehmerInnen sich selbst und andere besser wahrzunehmen,
sich mir den Grenzen der eigenen Körperlichkeit auseinanderzusetzen aber auch mit variablen
Grenzen umzugehen, welche je nach Verfassung unterschiedlich gesetzt werden.
Wie können diese Grenzen kommuniziert werden, verdeutlicht werden, dass sie für andere klar
wahrnehmbar und erlebbar werden? Aber auch: Wie kann ich verdeutlichen, dass ich Nähe
wünsche, mich ausdrücken und mitteilen möchte?
Was brauche ich und wie kann ich das, was ich brauche, wahrnehmen? Kommt meine Botschaft bei
meinen Mitmenschen so an, wie ich es möchte und wie kommen Missverständnisse zustande?
Jeder Neustart braucht ein neues Fundament! In diesem Sinne soll den TeilnehmerInnen vermittelt
werden, dass der neue Lebensabschnitt eine Chance bedeutet, die Möglichkeiten für ein neues ICH
bietet.
Sich selbst besser zu verstehen, kennenzulernen schafft ein stabiles Fundament für Freundschaft
und ein harmonisches Miteinander.
Die theaterpädagogischen Übungen werden dabei so gestaltet, dass alle TeilnehmerInnen sich
gleichermaßen einbringen können und dabei ihre Talente entdecken. Durch die regelmäßige
Auseinandersetzung mit den einzelnen Rollenbildern wird das Selbstbewusstsein der
TeilnehmerInnen gestärkt und die Persönlichkeit jeder/s Einzelnen gefördert.

Stellen Sie sich vor, Sie dürfen einfach Ihren Impulsen folgen und jeder Impuls ist richtig und wird
von der Gruppe wertgeschätzt.
Oder Sie dürfen einmal einen Wutausbruch haben oder in die Rolle des Machtlosen/Ohnmächtigen
schlüpfen ohne reelle Konsequenzen tragen zu müssen. Jemand anderer entdeckt für Sie einen
neuen Weg aus dieser für Sie ungewohnten Situation. Dies nennen wir den Joker-Einsetzen um
wird auch im Forumtheater des Augusto Boal eingesetzt. Es ging damals wie heute um die Befreiung aus Unterdrückungsmechanismen.

Referenzprojekte:
Haus Immanuel (Caritas, 1020)