„Spiel dich frei!“ - Gewaltprävention von Theater für alle

 

DSC_0193DSC_0196 "Happy Kids" - Mehr zur neuen Kampagne "Miss handelt"

 

Wirkungsvolle Gewaltprävention beginnt bereits im Kindergarten.
Wir bíeten Gewaltprävention auch im außerschulischen Bereich z.B. Lehrlingstheater, bei Nachbarschaftskonflikten an.

 

Pressefoto_Rudolf_Kaske

 

Ehrenschutz: Rudolf Kaske

(Vorsitzender der Gewerkschaft Vida)

 

 

 

Gewaltprävention:

Gewaltprävention ist eine langfristig angelegte Maßnahme und soll nicht als Krisenfeuerwehr eingesetzt werden. Wenn nur ein kurzer Projektzeitraum von wenigen Stunden zur Verfügung steht, dient die Aktion zur Bewusstseinschaffung bei den einzelnen TeilnehmerInnen und Zuschauern.

 

Unser Arbeitssetting:

Für unsere Arbeit ist uns ein konstantes Setting wichtig. Dieses finden wir u.a. in Jugendtreffs und der Schule vor. Zusehens wird unsere Methode auch in der Arbeitswelt geschätzt (Lehrlinge, Konflikte am Arbeitsplatz, Nachbarschaftskonflikte). Wir kommen mit unseren TrainerInnen vor Ort, wo Menschen über einen gewissen Zeitraum zusammenkommen. So können wir nachhaltige Veränderungen bewirken.

 

Die Besonderheiten des Setting „Schule“:

Die Schule wird als ein zentrales Interventionsfeld der Gewaltprävention gesehen. Über das Setting Schule kann ein großer Teil der Bevölkerung über viele Jahre hinweg erreicht werden. Wissen, Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang miteinander im Blick auf Gewalt werden bereits im frühen Kindesalter erworben, und auch wenn „PeerGruppen“ im Jugendalter einen starken Einfluss haben, bietet das Setting Schule gute Kommunikationsmöglichkeiten und ein geschütztes Lernumfeld, in dem neue Fähigkeiten gelernt und praktiziert werden können. Schulerfahrungen beeinflussen die Entwicklung des Selbstwertgefühls und damit den Umgang mit Gefühlen. Schulische Gewaltprävention kann auch dazu beitragen, die Folgen ungleicher sozialer Aufstiegschancen von Kindern und Jugendlichen positiv zu beeinflussen, sofern die Interventionen zielgerichtet die Bedürfnisse und Probleme jener Zielgruppen berücksichtigen, deren soziale Aufstiegschancen relativ schlechter sind als die des Durchschnitts.

 

Im öffentlichen Raum:

 

Darüber hinaus arbeiten wir nach Bedarf auch in anderen Settings, wie zum Beispiel öffentlichen Institutionen. In diesem Setting kommen verstärkt verschiedene Methoden des Improtheaters nach Keith Johnstone und die Methode des Forumtheaters von Augusto Boal zum Einsatz.

 

Die Herangehensweise von „Theater für alle“ in der Gewaltprävention:

  • intensive Körperarbeit zum Entdecken der eigenen Darstellungsmöglichkeiten und der Stärkung des eigenen ICH

  • Methoden des Improvisationstheaters wird sowohl bei stundenweisen Projekten wie auch bei längerfristiger Zusammenarbeit angewendet

  • Methode des „Forumtheater“ nach Augusto Boal kommt bei längerer Zusammenarbeit mit der gleichen Gruppe sowie bei TeilnehmerInnen ab dem Jugendalter zum Einsatz

 

Ziel ist es, Sensibilisierung für Gewaltsituationen aufzubauen und Situationen von innen zu verändern, durch Vertrauen in das eigene ICH (im schulischen und privaten Bereich).

 

 

Die Umsetzung durch TheaterpädagogInnen von „Theater für alle“:

 

Zur Gewaltprävention gibt es zwei Schritte, die von „Theater für alle“ umgesetzt werden:

  1. intensive Körperarbeit (vom ICH übers DU zum WIR) in Kombination mit den Improvisationstechniken

  2. „Forumtheater“

 

Die Kurse werden in der Regel von ein bis zwei TrainerInnen, je nach Gruppengröße, gehalten.

 

Ad 1 .) Der erste Schritt ist eine intensive Körperarbeit, bei der den TeilnehmerInnen ihre eigene Handlungs-/Entscheidungsfähigkeit vor Augen geführt werden soll. Über ein gesteigertes Selbstbewusstsein wird ihnen eine wertschätzende Kommunikation mit dem Gegenüber ermöglicht.

 

Im weiteren Verlauf unserer theaterpädagogischen Arbeit sollen sich die teilnehmenden Kinder aktiv und kreativ während des Entstehungsprozesses eines Theaterstücks mit dem Thema Gewalt aus der eigenen Erfahrungswelt auseinandersetzen.

 

Ad 2.) Der zweite Schritt verwendet das Mittel des Forumtheaters, welches vor allem für TeilnehmerInnen ab 10 Jahren geeignet ist, weil hierbei sehr genau an der Darstellung gearbeitet werden muss. Eine genaue Herausarbeitung der Charaktere und hohe Reproduktionsfähigkeit werden vorausgesetzt.

 

Die Gruppe wird mit spielerischen Mitteln ans Theater herangeführt, wobei sie von Anfang an im Mittelpunkt steht. Des weiteren wird das Theaterspiel mit gruppendynamischen Spielen aufgelockert. Mittels „Statusspielen“ werden Konflikte aufgespürt und Lösungen von den TeilnehmerInnen selber erarbeitet.

Das Team und die anderen Gruppenmitglieder beobachten und reflektieren während des Spiels. Wichtig ist die Wahrnehmung eines Konflikt aus unterschiedlichen Blickwinkeln, weshalb die Rollen gerade in der Anfangsphase recht häufig getauscht werden. Auch werden Charaktere dabei einmal untypisch verteilt werden und die Teilnehmerinnen kommen von den klassischen Klischees weg bzw. werden diese aufgeweicht.

 

Der wichtige, problemorientierte Teil des Workshops zur Gewaltprävention, d.h. der Nutzen für die Umwelt, beginnt nach der Einstudierung einer Modellszene, mit der öffentlichen Abschlusspräsentation. Hierzu werden möglichst viele Gäste (SchülerInnen, Eltern, KollegInnen, ...) eingeladen, um nach den Regeln des Forumtheaters die Modellszene zu verändern. Das Publikum bekommt dabei die Möglichkeit aktiv in die Inszenierung einzugreifen und führt das Stück zu einem anderen Ende. Zu diesem Zweck wird die Modellszene zuerst in einer „Reinform“ dem Publikum präsentiert, Durch das besonders konfliktbeladene Ende der Modellszene wird das Publikum angeregt ins „Spiel“ einzusteigen und die Person in der unerträglichsten Situation während eines zweiten Durchlaufs auszutauschen.

 

Der wesentliche Unterschied beider Methoden liegt im Bereich des Lerneffekts. Während die erste Methode den Lernprozess hauptsächlich den Schauspielern zuschreibt, gibt die zweite Methode den Zuschauern der Präsentation die Chance ebenso einen Lernprozess mitzumachen.

 

Hintergrund unserer Methode:

 

Aus zwei Gründen soll auf die Darstellung der Gewaltsituation durch professionelle Schauspieler verzichtet werden:

 

Erstens wird bereits bei der Einstudierung die Thematik „Gewalt“ und deren Lösungsmöglichkeiten bearbeitet wodurch die Teilnehmenden bereits einen eigenen Lernprozess durchlaufen.

 

Zweitens wird das Publikum aus seiner Passivität gelockt. Die gemeinsam erarbeitete Lösung wirkt für das Zielpublikum authentischer und damit nachhaltiger. Mit der aktiven Rollenübernahme in der Modellszene gewinnt das Publikum neue Impulse für die Alltagssituation.

 

Wieso diese Methode sich gerade für das schulische Umfeld eignet:

 

Zu beiden Schritten sind KlassenlehrerInnen und PsychologInnen zur intensiven Begleitung im Sinne einer Brückenfunktion zwischen Schule und „Theater für alle“ eingeladen. Dadurch kann gezielt auf die Situation in der Klasse/Schule Bezug genommen werden. Durch diesen Austausch wird auch den Lehrkräften über den sozialen Lernprozess in der Theatergruppe Feedback gegeben.

 

Eine Zusammenarbeit mit allen Schulpartnern ist gerade deshalb sehr wichtig. Wir suchen während des gesamten Projekts den ständigen Kontakt zu Lehrern und Eltern. Darüber hinaus arbeiten wir mit der Schulsozialarbeit zusammen.

 

Das „PLUS“ dieses Konzepts für die Schule:

 

Eine theaterpädagogische Maßnahme durch Lehrer erfordert eine breit angelegte Qualifizierungsmaßnahme und kostet viel Zeit und Geld. Außerdem ist ein schulinterner Lehrkörper „befangen“. Er kennt zwar die Probleme innerhalb der Klasse, kann sie aber oft erst abfangen wenn sie offensichtlich werden.

 

Durch „Theater für alle“ wird die Lehrkraft entlastet, weil die qualifizierte Aufarbeitung von gruppendynamischen Prozessen nicht von der eigentlichen Arbeit ablenkt. Eine Lehrkraft steht unter dem ständigen Stress, den Lernstoff umzusetzen und hat dadurch gar keine Zeit sich ausführlich mit Gruppendynamik zu befassen. Durch „Theater für alle“ kann die Lehrkraft stärker eine beobachtende Rolle einnehmen.

 

Wieso diese Form der Theaterarbeit auch ausserhalb der Schule angewendet werden soll:

  • Konfliktprävention

  • Integrationsmöglichkeit

 

TeilnehmerInnen an unserer Gewaltprävention:

  • Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit

  • SchülerInnen von Volksschulen bis zu Hauptschulen und Gymnasien

  • Nicht in akut von Gewalt betroffenen Schulen, sondern präventiv (!)

  • Im Idealfall geschlossene Klassen bzw. Schulstufen (Begründung: Altershomogenität)

  • Geschlossene Gruppen von Lehrlingen bzw. ArbeitskollegInnen

 

Veranstaltungsort:

Die jeweilige Schule in Wien und Niederösterreich

Jugendtreffs oder Institutionen

Arbeitsumgebung bzw. öffentlicher Raum

 

Dauer:

Ca. 1,5 Std./Woche, idealerweise über ein Schuljahr hinausgehend mit der gleichen Gruppe

Projektwoche


Unser Netzwerk:

 

  • Initiative „Gemeinsam gegen Gewalt“ des BMUKK

  • IFP – Institut für Freizeitpädagogik

  • Verein „Happy Kids – bärenstark gegen Kindesmissbrauch – für Gewaltprävention“

  • Wohnpartner

  • ÖGB

  • WUK

  • Fachstelle für Gewaltprävention NÖ

 

Referenzprojekte der Gewaltprävention:

  • juvivo9, im Rahmen der Parkbetreuung, Sommer 2009

  • HTL3, gemeinsam mit Lehrkraft Mag. Barbara Handl in verschiedenen Klassen

  • Wohnpartner, Eröffnung Standort Rabenhof

  • WUK next.level, Berufsintegration von Jugendlichen

  • ÖGB - Tatort Arbeitsplatz, Lehrlingsprojekt zum Thema "Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz"

  • Integrationsprojekt gemeinsam mit dem Ägäischen Kulturverein

  • Wohnpartner, Eröffnung Buchkabine

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